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Aus der Geschichte der Kirche Heiligenrode![]() Ob und wann eine kleine Kapelle oder ein kleines Kirchlein in Heiligenrode entstanden ist, bleibt im Dunkeln. Wenn man allerdings auf dem Kirchplatz steht, deuten alte Mauerreste rund um die Kirche darauf hin, dass es sicher eine kleine Kapelle oder Kirche gegeben hat, in deren unmittelbarer Nähe die ersten Wohnhäuser gebaut wurden, die dort auch heute noch stehen. Der Kirchplatz diente als Versammlungs- und Gerichtsstätte, aber auch als Ort der Zuflucht bei äußerer Gefahr, wie z. B. Belagerung durch Feinde. An den Innenseiten der Mauern waren sog. Erdgaden (Erdhöhlen) eingelassen, die Platz für Mensch und Tier, Gerätschaften und Nahrung bot. Im Jahre 1959 wurde die Kirche im Altarraum unterkellert, um dort eine Heizanlage unterzubringen. Während dieser Arbeiten stieß man auf alte Fundamente, die darauf hindeuten, dass es früher eine kleinere Kirche gegeben haben muss. Auf die Datierung des Umbaus der Kirche deutet die Wetterfahne hin: 1768; dies ist entweder der Beginn des Umbaus oder seine Fertigstellung in der Amtszeit des damaligen Pfarrers Alsfeld. Bei den Unterkellerungsarbeiten wurden im Zwischenraum der alten und neuen Fundamente Gebeine gefunden, die darauf hindeuten, dass in früheren Zeiten der Kirchplatz auch als Friedhof diente. 1984 wurde eine grundlegende Innenrenovierung der Kirche vorgenommen. Die Kirche sollte hell und freundlich werden und so etwas ausstrahlen von der frohen Botschaft Jesu Christi. 1986 wurde die bisherige Steuerung der Glocken und der Kirchturmuhr durch eine neue Anlage ersetzt. Die bisherige mechanische Anlage kann im Turm der Kirche besichtigt werden, sie erforderte einen „Uhrenaufzieher“, der alle vier Tage auf den Turm musste, um die Uhr aufzuziehen. Wer die Kirche besichtigt oder den Gottesdienst besucht, kann sich erfreuen an den im Jahre 1991 gestalteten neuen Kirchenfenstern im Altarraum. Der Betrachter sieht sich der Botschaft gegenüber, dass alles Leben von Anfang bis Ende in Gottes Händen geborgen ist. Weitere sorgfältige Überlegungen des Kirchenvorstandes zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche führten schließlich dazu, dass im Jahre 1996 ein im Altarraum ein Taufstein errichtet wurde. Ebenso gab es ein neues Altarensemble – bestehend aus Kerzenständern, Altarkreuz und Buchauflage für eine Altarbibel. Auch Paramente in den Farben des Kirchenjahres wurden angeschafft. Alles zusammen – vom Taufstein bis zu den Paramenten – wurde gestaltet von der Künstlerin Karin Bohrmann – Roth aus Grebenstein. Zum Pfingstfest 1998 wurde im Gottesdienst feierlich eine neue Altarbibel – geschaffen von Buchbindermeister Klein aus der Künstlersiedlung Halfmannshof bei Gelsenkirchen – auf den Altar gelegt und eingeweiht. Zum Pfingstfest 2000 wurden neu gestaltete Abendmahlsgeräte in Benutzung genommen. Über einen langen Zeitraum hatte sich der Kirchenvorstand intensiv mit diesem Thema beschäftigt und sodann eine Ausschreibung an verschiedene Kunsthochschulen versandt. Etliche Entwürfe wurden eingereicht. Unter den eingegangenen Entwürfen wurde ein Student der Hochschule in Pforzheim als Gewinner ausgesucht und mit der Ausführung beauftragt. (Volker Jansen, Pfr. i. R.) Aus der Geschichte der Kirche Sandershausen![]() ![]() Die Kirche in Sandershausen wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Denn: Im Jahr 1392 wird in "Sandirtshusin" zum ersten Mal eine Pfarrwiese erwähnt, so dass anzunehmen ist, dass es auch eine Kirche gegeben hat. Während des 30jährigen Kriegs (1618-1648) wurde das ganze Dorf zerstört, auch die Kirche fast vollständig - bis auf die dicken Mauern. Erst 1738 wurde sie wieder aufgebaut und dabei vergrößert. Ein Schlussstein über dem Portal zeigte diese Jahreszahl, bis sie durch Bombensplitter des 2. Weltkriegs unleserlich wurde. Wie durch ein Wunder blieb die Kirche bei der Zerstörung Sandershausens durch Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs unversehrt. Jedoch am Tag nach dem großen Angriff, am 22.9.1944, ging sie in Flammen auf, möglicherweise durch Brandstiftung. Die Kirche brandte aus bis auf die Mauern. Dabei ging die Ausmalung des Innenraumes verloren. Sie hatte an der Decke ein Auge Gottes und ein trinitarisches Motiv gezeigt, an der Wand einen überlebensgroßen Engel Gabriel mit dem Palmblatt in der Hand, um die Fensternischen herum Blattwerk und Ornamente. Leider gibt es außer der Erinnerung einiger älterer Sandershäuser Einwohner keine Zeugnisse mehr vom Innenraum, auch keinen Hinweis darauf, aus welcher Zeit die Ausmalung stammte. Nach dem Krieg hat man die Kirche wieder aufgebaut, dabei wurde der Turm erhöht und bekam statt der barocken Turmhaube ein zeltförmiges Dach aufgesetzt. 1952 wurde die Kirche wieder eingeweiht. 1957 wurde das von Johannes Reinhold aus Kassel künstlerisch gestaltete kräftig-farbige Chorfenster mit einem Trinitätsmotiv und einer Darstellung der Pfingstjünger eingesetzt. Es ist ganz im Stil der 50iger Jahre gehalten. Etwa 1984 wurde die Kirche renoviert und ein bereits seit Anfang der 50iger Jahre vorhandener kleinerer Anbau, der auch als Gemeinderaum genutzt wurde, erneuert. Die nördliche Seitenwand der Kirche wurde dazu im vorderen Drittel enfernt und ein moderner Anbau mit Empore an dieser Stelle rechtwinklig angefügt, um 90 weitere Sitzplätze zu schaffen. Die Farbgebung in Türkis und Rostbraun im Hauptschiff und Rot und Grün im Neubau akzentuierten kontrastiv den Unterschied zwischen altem und neuem Gebäude. Inzwischen ist die Kirche erneut renoviert worden. Im Jahr 2010 wurde das Mauerwerk und der Dachstuhl saniert, im Sommer und Herbst 2011 der Innenraum. Der Kirchenvorstand wünschte sich eine bessere Einbindung des Anbaus und eine stärkere spirituelle Ausstrahlung des Raumes und hat deshalb den Künstler, Tobias Kammerer beauftragt, einen Entwurf anzufertigen. Am 12. Februar 2012 wurde die renovierte und grundsanierte Kirche mit einem Festgottesdienst wieder in Gebrauch genommen. Künstlerisch gestaltete Fenster und neue Prinzipalstücke zum Thema "Schöpfung" prägen den Raum, helle Farben geben ihm Weite. Die Wand- und Deckengestaltung durch Tobias Kammerer steht noch aus. Historische Angaben nach: Richard Wittich, Sandershausen im Wandel der Zeiten, 1958 (Almut Krotz, März 2012) |
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