Frauen-Waldwochenende

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Frauen-Waldwochenende

13 mutige und abenteuerfreudige Frauen waren am 3. Juli der Einladung von Dekanin Anja Fülling, die ja auch Wald- und Erlebnispädagogin ist, gefolgt, ein Wochenende im Wald zu verbringen und damit die Komfortzone zu verlassen!

An einem bis dahin unbekannten Ort wurden wir – nach Vortreffen, Orga und Einkauf für die gemeinsamen Mahlzeiten – aus den Autos entlassen und in einem ersten Begrüßungs-Kreis bereits beglückwünscht. Mit Gedankenimpulsen und dick gefüllten Rucksäcken begaben wir uns in Etappen auf den Weg zu unserem Lagerplatz: wie Abraham und Sarah haben wir uns aufgemacht,  was haben wir zurückgelassen? Und den Blick nach vorne gerichtet: was wünschen wir uns, worauf wollen wir unseren Blick richten? Wer wollte, durfte sich dafür mitten im Wald persönlich segnen lassen. Was für ein wunderbarer und fokussierter Einstieg in die vor uns liegende Zeit.

Am Lagerplatz (mit Schutzhütte und Toilettenhäuschen) angekommen fehlte es dank der umfänglichen Vorbereitungen durch Anja, unterstützt durch ihren Ehemann, an nichts. Vielen Dank dafür! Das Trinkwasser, gekühlte Nahrungsmittel, naturverträgliche Seifen, Geschirr für die Kochstelle, Magnesium zum Entfachen des Feuers und vieles mehr war bereits antransportiert worden. Einerseits fast luxuriös, andererseits galt es nun, die Schlafplätze herzurichten: hier gab es eine Zelt- und eine Biwakfraktion, man durfte sich das Herauswagen aus der Komfortzone ein wenig selber justieren; mein Lieblingsmoment war das Ausströmen um Holz und Hölzchen für das Feuer, das uns von da an an der Feuerstelle begleitete, zu sammeln. Es erinnerte mich an die Waldkindergarten-Zeiten meiner Kinder. Wie von unsichtbarer Hand geleitet, war auf einmal jeder, allein, zu zweit, in Dreier-Gruppen beschäftigt zu sammeln, zu sägen, zu spalten, aufzuschichten, zu entfachen. Hier entpuppte sich so manches Talent und so manche Leidenschaft! Die Rückmeldung an uns am Ende, wir seien eine „tatkräftige Gruppe“,  nahm hier seinen Anfang. Egal ob es das gemeinsame Kochen war, aufräumen, spülen, kreative Impulse einbringen, es lief. Effektiv und zugleich entspannt, das war für uns alle auch eine wunderbare Erfahrung.

Der Samstag, nach erster kalter Nacht bei 10 Grad, stand ganz im Fokus, sich selber und der Natur zu begegnen. Dazu gab es viele, z.T. aufeinander aufbauende (auch körperorientierte) Übungen im Liegen, im Stehen, im Herumstreifen durch Wald und Flur, alle Sinneskanäle nutzend, sich Themen, aktuellen Herausforderungen, Wünschen zu stellen und sich auf neue und auch manche überraschende Erfahrung einzulassen. Hier entpuppte sich die große Kompetenz und Sensibilität von Anja Fülling, diesen Erlebnisraum zu öffnen und  dann auch zu halten, so dass sich jeder vertrauensvoll darauf einlassen konnte und gehalten wusste. Auch hier nur so weit, wie es der einzelne wollte und konnte. Die Rückmeldung hierzu am Ende von der Gruppe war eindeutig: jeder war bereichert und inspiriert und irgendwie „belohnt“ worden.

Die 2. Nacht mit 17 Grad war dann deutlich gemütlicher und die Schlafqualität hatte sich erstaunlich gebessert. Aber auch diese Erfahrungen gehören dazu.

Schließen möchte ich mit einem anderen Lieblingsmoment: nach Lockerungsübungen im Kreis auf morgentaufeuchter Wiese praktizierten wir zweimal das „Körpergebet“ im Stand, aufrecht noch oben gerichtet. Dort heißt es an einer Stelle, sich nach unten beugend, mit weit ausgebreiteten Armen und Händen schöpfend und zu einer Schale formend: „Aus Deiner Fülle schöpfe ich und siehe da, es ist genug!“ So ist es und so war es auch an diesem Wochenende: was hatten wir alles zurückgelassen,  um dann zu erfahren, wir hatten von allem genug! Ganz zu schweigen von vielen neuen Begegnungen mit anderen Frauen, gemeinsamem Lachen, Austausch, Feuerschlucken, Töpfern, Specksteinarbeit und, und, und.

Nach Aufräumen und Abschlussgebet im Kreis machten wir uns Sonntag-Mittag stolz und vielleicht auch ein wenig erleichtert auf den Weg zu einem Sammelplatz, wo wir dankenswerter Weise von Partnern und Freunden wieder eingesammelt und nach Hause gebracht wurden. Eine Frau rief ihrem Mann strahlend zu: „Ich habe überlebt!“

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